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Brennesseljauche – ökologischer und effektiver Dünger

Brennesseljauche – ökologischer und effektiver Dünger

Ökologischer Naturünger wie Brennesseljauche selber herstellen. Ist bewährt und hilft…aber bei welchen Pflanzen sollte man mal genauer aufpassen?

Die Brennnessel ist eine nicht sehr beliebte Pflanze, sie wird oft als Unkraut bezeichnet und fast jeder Gärtner versucht, sie aus seinem Garten zu verbannen. Ihren derzeitigen schlechten Ruf hat die Brennnessel hauptsächlich wegen ihrer Brennhaare, die bei Berührung brechen und eine Flüssigkeit freisetzen, welche zu stechenden Schmerzen und sogar zu Ausschlag führen kann.

Im Gegensatz zur weitverbreiteten Meinung ist die Brennessel jedoch eine Pflanze mit vielen positiven Eigenschaften, neben ihrer Verwendung als Heilpflanze ist sie ebenfalls als Beilage in Gemüse oder Suppen zu finden.

Auch zur Herstellung von Dünger und Schädlingsbekämpfungsmitteln ist die Brennnessel verwendbar. Hier unterscheidet der Gärtner zwischen Brennesseljauche (Dünger) und Brennesselsud bzw. Brennesselbrühe (Schädlingsbekämpfung).

Kaum ein Haus- oder Gartenbesitzer wird auf die Idee kommen, ein Beet mit Brennnesseln anzulegen und zu pflegen. Aber da die Brennnessel auch ohne Zutun den Menschen an einigen Stellen im Garten zu finden ist, lassen sich mit ihrer Hilfe Dünger und Schädlingsbekämpfungsmittel effektiv und ökologisch herstellen.

Wie wird Brennnesseljauche hergestellt?

Zunächst wird ein geeignetes wasserdichtes Gefäß benötigt, Eimer aus Kunststoff, Keramiktöpfe oder Bottiche aus Holz sind gut verwendbar. Das Gefäß wird so mit Brennnesseltrieben gefüllt, dass diese locker aufeinander liegen. Es ist oft zu lesen, dass nur junge Brennnesseltriebe für das Ansetzen von Brennesseljauche genutzt werden sollten. Der Verfasser hat in seinem Garten die Erfahrung gemacht, dass sowohl junge als auch alte Brennnesseln für Brennesseljauche geschnitten werden können, eine signifikant veränderte Wirkung war nicht zu beobachten.

Wenn der Eimer oder Bottich ausreichend mit Brennnesseln gefüllt ist, wird Wasser aufgegossen, sodass alle Pflanzenteile gut bedeckt sind. Aus Kostengründen ist Regenwasser zu empfehlen, es ist außerdem sehr weich, da Kalkbestandteile fehlen.

Der mit Wasser und Brennnesseln gefüllte Behälter sollte im Garten an einen sonnigen Platz gestellt werden (Wärme begünstigt den Gärprozess), eine Abdeckung des Gefäßes mit einem Tuch oder Brett ist empfehlenswert, um das Hineinfallen von Fremdkörpern wie zum Beispiel Spielzeug zu verhindern. Ein luftdichter Verschluss des Eimers oder Bottichs darf nicht erfolgen.

Während der nächsten 2 bis 3 Wochen muss der Ansatz von Brennnesseljauche täglich einmal umgerührt werden. So wird gewährleistet, dass sich keine Pflanzenbestandteile am Gefäßboden absetzen und alles gleichmäßig gärt. Wer eine empfindliche Nase hat, kann durch Zugabe von Steinmehl oder Asche versuchen, den unangenehmen Geruch zu mildern.

Bei warmen Temperaturen ist der Gärprozess nach etwa 2 bis 3 Wochen abgeschlossen, das ist der Fall, wenn im Behälter mit Brennnesseljauche keine Blasen mehr aufsteigen.

Wie wird Brennesseljauche angewendet?

Der oft zu lesende Grundsatz „weniger ist mehr“ gilt auch beim Düngen mit Brennnesseljauche. Jeder Gärtner wird auf sein eigenes Mischungsverhältnis schwören. Die Brennnesseljauche hat einen hohen pH-Wert und sollte zum Düngen niemals unverdünnt genutzt werden.

Vor der Nutzung wird die Brennnesseljauche durch ein grobes Sieb gekippt. Dann können die Brennnesselbestandteile nicht die Gießkanne verstopfen. Die Verdünnung mit Wasser sollte im Mischungsverhältnis von 1:10 (ein Bestandteil Jauche : 10 Bestandteile Wasser) erfolgen. Aus 10 Liter Brennnesseljauche werden so 100 Liter Flüssigdünger. Mit dieser Mischung hat der Verfasser dieses Artikels die besten Erfahrungen gemacht.

Spezialratgeber: Wie Brennesseljauche anwenden?

Wer Brennesseljauche erstmalig anwendet und daher mit der Wirksamkeit noch keine eigenen Kenntnisse erworben hat bzw. etwas vorsichtig ist, kann auch eine Mischung mit höherer Verdünnung von 1:20 herstellen. Als Gärtner ist es unverzichtbar, Dinge selbst auszuprobieren, nur so können eigene Erfahrungen gesammelt und optimale Ernte- oder Blühergebnisse erzielt werden.

Weil Stängel und Blätter bei starker Sonneneinstrahlung leicht verbrennen können, wenn sie mit Brennnesseljauche in direkten Kontakt kommen, sollte das Gießen mit Jauche möglichst in den Abendstunden oder bei trübem Wetter erfolgen. Wird die Brennnesseljauche direkt auf den Wurzelbereich der Pflanzen aufgebracht, kann der Dünger optimal einwirken.

Wie oft kann mit Brennnesseljauche gedüngt werden?

Brennesseljauche – ökologischer und effektiver Dünger

Mit Brennesseljauche düngen.

Als natürlicher Dünger wird Brennnesseljauche unter anderem eingesetzt, um die Stickstoffversorgung von Pflanzen zu verbessern.

Eine pauschale Aussage, wie oft mit Brennnesseljauche gegossen werden kann, lässt sich seriös nicht machen.
Folgende Faktoren sind zu beachten:

• Vegetationszustand der Pflanzen
• Nährstoffbedarf der zu düngenden Pflanzen
• der Bodenbeschaffenheit
• Nährstoffgehalt des Bodens

Als Faustregel kann gelten, dass bei einem allgemein guten Pflanzenzustand mit kräftigem Wuchs und starkem Blattgrün das Düngen mit Brennnesseljauche alle 2 Wochen erfolgt. Sollten die Pflanzen etwas kümmerlich aussehen, ist eine wöchentliche Düngung ratsam.

Wie lange ist Brennesseljauche haltbar?

Über die Haltbarkeit von Brennnesseljauche liest man immer wieder die unterschiedlichsten Dinge. Die im Folgenden geschilderten Erfahrungen hat der Verfasser des Artikels selbst gemacht, sie sind jedoch nicht repräsentativ und schon gar nicht wissenschaftlich begründet. Eigenes Erleben und Probieren ist bei der Gartenarbeit von unschätzbarer Bedeutung!

Wenn nach 2 bis 3 Wochen der Gärprozess der Brennnesseljauche abgeschlossen ist, wird die Jauche gesiebt, um die noch vorhandenen festen Brennnesselbestandteile von der Jauche zu trennen. Diese Feststoffe können auf dem Komposthaufen verwertet werden.

Mögliche Lagergefäße für Brennesseljauche sind:

• Kunststoffbehälter
• Holzbottiche
• Keramiktöpfe
• Glasgefäße

Dieser Behälter sollte luftdurchlässig mit einem Tuch, Jutegewebe oder Brett abgedeckt werden, Das schützt vor Verwässerung durch Regen oder dem Hineinfallen von Fremdkörpern bzw. kleinen Lebewesen. Keinesfalls darf ein Lagerbehälter für Brennnesseljauche luftdicht verschlossen werden, die in der Jauche enthaltenen Bestandteile benötigen Sauerstoff.

Da die Jauche einen nicht von jedem als angenehm empfundenen Geruch hat, sollte der Jauchebehälter in einer wenig frequentierten Ecke des Gartens abgestellt werden.  Die Lagerung von Brennnesseljauche im Dunkeln ist nicht erforderlich.

Wenn die Faktoren:
– Jauche durchsieben
– Behälter aus Kunststoff, Keramik, Holz
– luftdurchlässiger Verschluss
– Standort im Freien

wie zuvor beschrieben beachtet werden, ist Brennnesseljauche nahezu unbegrenzt haltbar, auch ein Überwintern ist problemlos möglich. Sollte keine längere Lagerung von Brennnesseljauche möglich sein, kann man die Reste in den Wurzelbereich von Obstbäumen, Ziersträuchern oder auf den Kompost gießen.

Welche Pflanzen können mit Brennesseljauche gedüngt werden?

Brennnesseljauche wird vorzugsweise im Gemüseanbau verwendet, Gemüse mit einem hohen Nährstoffbedarf, die sogenannten Starkzehrer, profitieren am meisten von dem biologischen Dünger.

Zu diesen Starkzehrer gehören:
– Tomaten
– Kürbis
– Zucchini
– Paprika
– Blumenkohl
– Brokkoli
– Chinakohl
– Rosenkohl
– Gurken
– Kartoffeln
– Lauch / Porree
– Rhabarber
– Sellerie
– Wirsingkohl

Selbstverständlich gibt es auch Blumen, die den Boden extrem fordern und für ihr Wachstum sehr viele Nährstoffe benötigen. Deshalb ist Brennesseljauche auch für folgende Blumen sehr gut geeignet:

  • Chrysanthemen
  • Dahlien
  • Geranien
  • Rosen
  • Sonnenblumen

Warum ist Brennesseljauche so wirkungsvoll?

Gemüse und Blumen, die zur Gruppe der Starkzehrer gehören, entziehen dem Boden sehr viel Stickstoff, den sie für ihr Wachstum benötigen. Der Gärtner muss daher dafür sorgen, dass diese Nährstoffe dem Boden wieder zugeführt werden, damit dieser nicht ausgezehrt und kraftlos wird.

Durch die Vergärung von Brennnesseltrieben werden die wertvollen Inhaltstoffe der Brennnessel aus der Pflanze herausgelöst.

Zu diesen Inhaltstoffen gehören:

  • Stickstoff
  • wertvolle Spurenelemente wie
  • Kalzium
  • Eisen
  • Magnesium
  • Silizium

Die nun in der Brennnesseljauche enthaltenen Nährstoffe sind optimaler Dünger für stark belastete Böden. Bei regelmäßiger Anwendung können Gemüse und Blumen optimal gedeihen; hohe Erträge und eine reiche Blütenpracht sind die Folge.

Unter regelmäßiger Anwendung von Brennnesseljauche ist immer die bedarfsorientierte Düngung von Pflanzen zu verstehen. Bei kräftigen Pflanzen können die Zeiträume zwischen dem Gießen mit Brennnesseljauche ca. 14 Tage betragen, etwas schwächere Pflanzen sollten einmal pro Woche mit Dünger bedacht werden.

Welche Pflanzen vertragen keine Brennnesseljauche?

Mit Dünger kann der Gärtner allen Pflanzen zu einem verbesserten Wachstum verhelfen, er muss lediglich wissen, welche Nährstoffansprüche seine Blumen, Obstbäume oder Gemüse haben.

Brennnesseljauche ist wegen ihres hohen Stickstoffgehaltes ideal für die sogenannten Starkzehrer wie zum Beispiel Tomaten, Gurken, Rosenkohl und Rhabarber. Gemüse und Blumen, die zu den Schwachzehrern gehören, sind auch mit relativ nährstoffarmen Böden zufrieden.

Schwachzehrer sind unter anderem:

Gemüse:
– Erbsen,
– Feldsalat
– Erdbeeren
– Kräuter allg.
– Buschbohnen
Blumen:
– Begonien
– Petunien
– Stiefmütterchen

Diese Schwachzehrer benötigen keine Düngung mit Brennnesseljauche, da sie auf stickstoffarmen Böden gut gedeihen.

Beim Gießen mit Brennnesseljauche sollte der Gärtner stets und bei jungen Pflanzen besonders gut darauf achten, die Jauche direkt auf den Wurzelbereich zu geben. Wenn die Jauche Stängel oder Blätter benetzt, kann es zu Verbrennungen dieser Pflanzenteile kommen. Dass gerade junge Pflanzen auf solche Verletzungen besonders empfindlich reagieren, ist sicher jedem Gärtner klar.

Plädoyer für die Brennesseljauche

Die von den meisten Gärtnern ungeliebte Brennnessel hat diverse innere Werte, die leider häufig unbeachtet bleiben.

Bei der Brennnesseljauche handelt es sich um einen wertvollen Dünger, der sehr unkompliziert, nahezu kostenneutral und ökologisch von jedem Gärtner selbst hergestellt werden kann. Man benötigt lediglich:

  1. Brennnesseltriebe (ohne Wurzel)
  2. Wasser (vorzugsweise Regenwasser)
  3. ein Gefäß (Kunststoff, Holz, Keramik, Glas)
  4. eine luftdurchlässige Gefäßabdeckung
  5. einen Stab zum Umrühren

Nach 2 – 3 Wochen und beendetem Gärprozess ist ein natürlicher Dünger entstanden, der anspruchsvollen stickstoffhungrigen Pflanzen zur Verfügung gestellt werden kann.

Zweifellos entstehen beim Gärprozess unangenehme Gerüche und auch die fertige Brennesseljauche riecht nicht nach Rosenwasser.

Die Wirksamkeit von Brennnesseljauche als Dünger ist jedoch unbestritten. Wer sie ausprobiert und richtig angewendet hat, wird von den Gemüseerträgen und der Blütenpracht in seinem Garten überrascht sein. Spätestens dann wird sich der Gärtner fragen, weshalb er bisher Brennnesseln immer nur entsorgt hat …

Brennesseljauche – ökologischer und effektiver Dünger
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2 Kommentare

  1. Sie ist universal sehr gut einsetzbar ,einfach gut!

  2. Ich habe die Brühe verdünnt auch sehr erfolgreich dieses Jahr gegen Läuse eingesetzt. Brennesselbrühe ist also nicht nur als Dünger hervorragend anzuwenden.

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