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Hornkraut bekämpfen
Sollte man Hornkraut bekämpfen?

Hornkraut bekämpfen

Das Hornkraut gehört zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllales) und hat den wissenschaftlichen Namen Cerastium. Der Name Hornkraut stützt sich auf die meist hornartig gekrümmten Kapselfrüchte. Die Verbreitung der Gattung Cerastium ist beinahe weltweit. Es gibt Arten, die bis in Höhenlagen von 3900 Metern gesichtet wurden. Das zeigt, wie robust diese Pflanzen sind.

Es ist eine einjährige Pflanzengattung, aber auch als Staude zu finden. Nahezu alle Arten sind in Europa und Asien verbreitet und gelten als lästige Unkräuter. Es gibt einige wenige Arten, die als wüchsige Bodendecker in Parkanlagen und Gärten kultiviert werden. Es ist schön anzusehen, hat aber eine Unart, die dafür sorgt, dass es als Unkraut gesehen wird: es wächst sehr stark und verdrängt gerne schwachwüchsige und niedrige Pflanzen. Will man es kultivieren, sollte man den Standort mit Bedacht wählen.

Dekorativ in Gärten und Balkonkästen

Wem es gefällt, kann das Hornkraut in einem naturnahen Garten kultivieren. Es eignet sich aber auch für dekorative Pflasterfugen und Trockenmauern ebenso wie für Balkonkästen, Ampeln und Töpfe. Als Gärtner sollte man auf jeden Fall beachten, dass benachbarte Pflanzen weit genug entfernt sind, da Hornkraut sehr raumgreifend ist. Wer das beachtet, kann durchaus seine Freude daran haben.

Hornkraut als Unkraut

Meistens findet man das Gemeine Hornkraut auf nährstoffreichen, aber kalkarmen, mäßig feuchten Böden. Es stellt ein Ackerunkraut dar, man findet es aber auch auf Schutt- und Ruderalflächen (Brachland). Auch Wegränder ziert es. Neben der Pfahlwurzel bildet das Hornkraut ein sehr weit verzweigtes Wurzelwerk und der Bewuchs kann schnell unübersichtlich werden. Bis zu 50 cm hoch kann es werden. Die Samen werden mit dem Wind weitergetragen.

Bekämpfung mit der Chemiekeule

Da das Wurzelwerk weit verzweigt ist, wäre das Ausgraben ein viel zu großer Aufwand. Wer es aus dem Garten verbannen möchte, macht sich ein Herbizid zunutze mit den Wirkstoffen Dicamba und MCPA, welches eigentlich ein Universal-Rasenunkraut-Bekämpfungsmittel ist. Man findet es in Gartenmärkten und auf entsprechenden Internetseiten. Nach erfolgreicher Bekämpfung kann man die Stelle mit Rindenmulch o. ä. abdecken, um einen Lichteinfall zu verhindern, der ein erneutes Austreiben anregen könnte.

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Heilmittel- und Nahrungsmittel

Wie so oft, haben Unkräuter ihren Namen zu Unrecht. Eigentlich müssten die meisten von ihnen Heilkräuter heißen. Die Naturapotheke hat keine Öffnungszeiten, nur Blütezeiten, die es zwecks Ernte zu nutzen gilt. So auch das Gemeine Hornkraut. Es hat den Ruf, bei Lähmungen zu helfen. Aus einem Tee-Aufguss wird ein Umschlag gefertigt, der äußerlich angewendet wird.

Nach sechs Wochen Behandlung sollte man, wie bei allen Anwendungen mit Heilpflanzen, jedoch eine Behandlungspause einlegen, um mögliche unerwünschte Langzeitwirkungen zu verhindern und um zu prüfen, ob der Körper einer weiteren Behandlung bedarf. Das hübsche Unkraut kann auch als Salat-Zutat verwendet werden.

Pflanze für’s Aquarium?

Sicher hat der eine oder andere schon gehört, dass Hornkraut auch eine Pflanze für das Aquarium ist. Hier sei aufgeklärt, dass dieses Wassergewächs eigentlich den Namen Hornblatt hat und gebräuchlicherweise Hornkraut genannt wird. Die beiden Pflanzenarten haben aber sonst nichts gemeinsam.

Fluch oder Segen

Ob man das Hornkraut im Garten als Fluch oder Segen empfindet, bleibt jedem selbst überlassen. Fakt ist: es ist hübsch anzusehen. Das ist es doch, was man mit einem Garten erreichen will: hübsch und harmonisch soll er sein. Wer bestimmt im Übrigen, was ein Unkraut und was eine Nutzpflanze ist? Doch eigentlich jeder Grundstücks- und Gartenbesitzer selber. Er kann jeder Pflanze den Raum zuweisen, den er ihr geben möchte unter Beachtung der Haltungsbedingungen.

Schnell wird ein „Unkraut“ als solches abgestempelt, nur, weil es in der freien Natur zu finden ist und in einem Garten angeblich nichts zu suchen hat. Wer bestimmt das? Das Hornkraut bietet zudem noch besonderen Anreiz für Bienen, die ja auch gegebenenfalls andere Pflanzen bestäuben.

Außerdem: Was ist reizvoller als ein Naturgarten, der mit Bedacht und guter Planung zu einem aparten Stückchen Land geworden ist?

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