Startseite » Garten » Pflanzen » Sanddorn – Wildobst mit extrem vielen Vitaminen

Sanddorn – Wildobst mit extrem vielen Vitaminen

Sanddorn - Wildobst mit extrem vielen Vitaminen

Sanddorn, Weidendorn, Stranddorn, wie der Strauch auch immer genannt wird. Durch seinen hohen Vitamin C und Vitamin B12 Anteil sind seine Produkte für den Menschen sehr gesund.

Ob Sanddorn oder Weidendorn, gemeint ist der Strauch, welcher die markanten orangefarbenen Beeren hervorbringt. Der Sanddorn wird zum Gartentrend. Mehr und mehr Gärtner holen sich das gesunde Wildobst in ihren Garten. Die Sanddorn-Sträucher mögen zwar sehr pflegeleicht sein, trotz dem zählt ein gewisses Know-how zur Pflege dazu, um auch eine wunderbare Ernte zu erhalten.

Doch zuerst ein paar Fakten, bevor wir zu dem eigentlich Grund dieses Berichtes kommen: Der Aufzucht des Sanddorns im Garten.

Die „Hippophae rhamnoides“ zählt zur Familie der Ölweidengewächse, und zählt, neben der Wildrose, zu den vitaminreichsten Pflanzen seiner Art. Zu den rund 600 Milligramm enthaltenen Vitamin C (bei 100 Gramm Früchten), kommt noch eine ganze Ladung weiterer Vitalstoffe hinzu, von Carotin bis hin zum – in Pflanzen sehr seltenem – Vitamin B12.

Die Herkunft des Sanddorns

Praktisch gesehen könnte man die Pflanze als heimisch ansehen, denn immerhin kommt sie mit unserem Klima wunderbar zurecht. Doch die Theorie besagt etwas anderes. Damals, in der Eiszeit, soll der Sanddorn aus Zentralasien nach Mitteleuropa gekommen sein.

Als erstes Gehölz, besiedelt es die riesigen, kahlen Kies- und Schotterflächen, welche die Gletscher übrig ließen.

Der Sanddorn ist sehr lichtbedürftig, und schon die kleinste Menge an Schatten kostet ihn viel Kraft, als die neuen Wälder rings herum entstanden, wurde der Sanddorn vom Landesinneren weggedrängt, weshalb er seinen Platz auf kargen Sanddünen und Küstenregionen fand. Sanddorn konnte sich auch an grobsandigen oder kiesigen Flussauen oder an alpinen Schotterflächen an Flussufern ansiedeln.

Doch die Küstenregion zeigt sich am eindrucksvollsten, denn der Sanddorn kann sich gegen alle anderen Gehölze, mit Abstand, behaupten. Der Sanddorn ist extrem resistent. Er zeigt eine hohe Windfestigkeit und weißt auch eine starke Salztoleranz auf. Das beeindruckenste sind die Strahlenpilze, mit denen das Gehölz so gut leben kann. Die Strahlenpilze versorgen in rund um die Uhr mit Stickstoff, sodass das Leben an kargen Küsten überhaupt ermöglicht wird.

Die biologische Einordnung

Abteilung:     Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse:     Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige(Rosopsida)
Unterklasse:     Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung:     Rosenartige (Rosales)
Familie:     Ölweidengewächse (Elaeagnaceae)
Gattung:     Hippophae
Art:     Sanddorn

Aussehen der Pflanze

  • Wuchs: strauchförmig; 2,5-3m hoch; Dornen besetzte Äste; mit 5-5,5cm lange, silbriggraue schmale Blättern
  • Blüte: kleine gelbliche Blüten, ab April/Mai
  • Früchte: ovale orangerote bis gelbe Beeren, ab Anfang August bis Anfang Dezember

Sanddorn pflanzen

Der sommerlich grüne Sanddorn wächst nur sehr sparrig und bildet eine unregelmäßige Krone aus. Er kann vier bis fünf Meter hoch wachsen und kann dabei drei bis vier Meter in die Breite gehen. Der Sanddorn braucht also ziemlich viel Platz und darauf muss beim anpflanzen geachtet werden. Es sollte ein großer, freier Raum sein, der möglichst nicht von anderen Bäumen beschattet wird, denn Schatten tut dem Sanddorn überhaupt nicht gut.

Der Boden darf auch nicht sauer sein, und sehr luftdurchlässig. Auf schweren Tonböden wächst der Sanddorn nicht, diese sollten mit viel Sand vermischt werden, wenn man nur einen solch schweren Boden hat.

Außerdem ist Sanddorn „zweihäusig“. Das bedeutet, dass sich nur Früchte bilden können, wenn eine weibliche und eine männliche Pflanze vorhanden sind. Um auch einen hohen Ertrag ernten zu dürfen, sollten bei fünf weiblichen Pflanzen mindestens eine männliche dazugesetzt werden.

Die „Pollenspender“ gibt es in mehreren Ausführungen, von Pollmix eins bis fünf. Die Zahlen sagen meist etwas zum Blütezeitraum aus. Pollmix blüht sehr früh, Pollmix 3 hingegen sehr spät.

Da die Bestäubung der Blüten über den Wind erfolgt, sollte diese Tatsache auch bei der Pflanzung beachtet werden. Die männliche Pflanze sollte nach Hauptwindrichtung angepflanzt werden, also westlich der weiblichen Pflanzen.

Damit die Ausläuferbildung des Sanddorns eindämmen zu können, sollte man diese Ableger frühzeitig mit einem scharfen Spaten ab. Natürlich kann die Pflanze auch mit einer Wurzelsperre versehen werden. Für eine Wurzelsperre eignen sich am besten Kunststoffbahnen aus HDPE, etwas zwei Millimeter dick und 60 oder 70 Zentimeter Breite. Die Rolle wird  zu einem Ring geformt und so auch in die Erde eingesetzt.

Dieser Ring sollte mindestens einen Durchmesser von 1,50 Meter aufwiesen, sonst bietet man dem Sanddorn zu wenig Platz. Die Sperre darf ungefähr zwei Zentimeter aus dem Boden ragen, so kann man die Ringform des Konstrukts besser überprüfen.

Pflege und Schnitt des Sanddorn

Sanddorn ist sehr pflegeleicht, denn alleine durch die hohe Resistenz gegen Krankheiten muss man dem Gehölz nicht allzu viel Beachtung schenken. Wässern und düngen ist auch kein Muss, denn der Sanddorn kommt prima mit Trockenheit zurecht. Der Stickstoffgehalt wird leicht durch die Strahlenpilze gehalten.

Wer mag, der kann ungefähr nach einem Jahr der Pflanzung den Sanddorn mit etwas Hornmehl zu düngen, denn die Mykorrhiza (Wurzelpilze) funktionieren noch nicht einwandfrei. Für eine absolute Pflege kann in regelmäßigen Abständen von 2 Jahren etwas Humus in die Erde mischen.

Würde der Sanddorn frei wachsen, so wird die Krone immer und immer breiter. Das Problem: Die Früchte bilden sich NUR noch an Kronenäußeren und das Innere verkahlt immer mehr. Um dem entgegen zu wirken, schneidet man alle abgeernteten Triebe ab, aber nur alle zwei Jahre im Spätwinter. Die Triebe können problemlos auf die Anfänge gestutzt werden, so lichtet sich der Sanddorn etwas.

Tipp am Rande: Um einen jährlichen Ertrag zu erhalten können zwei weibliche und eine männliche gepflanzt werden. Jedoch wird nur jedes Jahr eine einzige weibliche Pflanze zurückgeschnitten. Damit bleibt keine Ernte aus, denn der Sanddorn bringt leider nur alle zwei Jahre eine richtige Ernte hervor.

Der männliche Strauch darf etwas vernachlässigt werden, alle drei oder vier Jahre darf die Schere an die Triebe gesetzt werden. Doch hier nur auf die Hälfte der Trieblänge, bei zu kurzen Blütentrieben würde es sonst zu einem Ernteausfall kommen.

Tipps für die Sanddorn-Ernte

Je nachdem welche Sorte vorliegt, ist die Beere zwischen August und September erntereif, können aber bis zum Neujahr am Zweig haften bleiben, falls sie nicht geerntet werden sollten. Sobald die Sanddornbeeren ihre typische Färbung, von einem leuchtendem orangrot, erreicht, dann kann mit der Ernte begonnen werden.

Frühe Sorten, wie „Frugana“ oder „Hergo“ sollten sehr schnell geerntet werden, denn die Fruchtqualität dieser Arten kann ziemlich schnell umschlagen. Die Früchte werden bleich und bekommen einen ranzigen Geschmack.

Die Ernte vom Sanddorn ist recht mühsam und durchaus schmerzhaft, denn die langen Dornen an den Ästen sind nicht gerade harmlos, deshalb muss bei der Arbeit am Sanddorn Handschuhe getragen werden.
Für eine Pflückernte eigenen sich Sorten wie „Dorana“ und „Orange Energy“ besonders gut.

Wer etwas länger wartet, der muss nicht alles abpflücken sondern kann ganz bequem schütteln. Beim Schütteln fallen die Beeren von alleine herunter, wenn ein Laken oder ein großes Tuch aufgespannt wurde, können die Beeren dort  unbesorgt hineinfallen.

Im Profi-Anbau werden dicht aneinander gesetzte Triebe einfach abgeschnitten. Die Blätter werden von Hand entfernt, der komplette Rest, also auch das Geäst, wird mit in die Saftpresse gegeben. Wenn die Früchte zu Kompott verarbeitet werden, dann wird natürlich auch das Triebstück entfernt. Ich glaube niemand mag so wirklich auf Holz herumkauen.

Auch im Garten ist die effizienteste Methode die Ernte von Triebstücken. Wer auch Kompott herstellen möchte, der sollte die Triebe für eine Weile in die Gefriertruhe packen, so können die tiefgefrorenen Beeren auch einfach abgeschüttelt werden.

Die besten Sanddorn-Sorten

1. Askola

  • Eine starkwüchsige Sorte mit einer aufrechten Krone.
  • Dieser Sanddorn hat nur sehr kurze Fruchtzweige und einige annehmbare Bedornung.
  • Die Sorte trägt ihre Früchte Ende August, der Fruchtbesatz ist schön dicht.
  • Die Früchte sind etwa mittelgroß und haben eine ovale Form.
  • Gut erkennbar an der tieforangen Farbe.
  • Bei stärkeren Rückschnitten erholt sich die Pflanze gut, doch bei Wind besteht Bruchgefahr.

2. Frugana

  • Die Sorte wächst ziemlich stark und aufrecht nach oben.
  • Die Krone zeigt nur wenige Verzweigungen und die verhältnismäßig langen Fruchttriebe sind nur schwach bedornt.
  • Die mittelgroßen, ovalen Früchte leuchten hellorange und sind schon Mitte August reif für die Ernte. Dieser Termin ist sehr wichtig, denn schon nach zwei Wochen erreichen die Früchte ihre Vollreife und werden danach schnell ranzig.
  • Die Frugana erholt sich sehr gut von Rückschnitten, ist aber durch ihren starken Wuchs eindeutig windbruchgefährdet.

3. Leikora

  • Der Wuchs von Leikora ist ziemlich stark, dabei ist die Krone sehr dicht und kompakt gewachsen.
  • Dieser Sanddorn hat auch nur eine sehr schwache Bedornung. Die Früchte sind mittelgroß und haben eine tropfenartige Form. Sie sind tieforange.
  • Die Früchte sind bis Mitte oder Ende September reif, haften aber noch sehr stark am Trieb.
  • Einen Rückschnitt verträgt die Leikora gut, aber erst nach 3 Jahren bringt sie wieder ertragreiche Ernte hervor.
  • Für Fans von Schmuckreisig ist diese Art eines Sanddorns perfekt, denn sie wird besonders für die Gewinnung von Schmuckreisig angebaut.

Die vielen Vitamine machen den Sanddorn zur beliebten Nutzpflanze

Durch den hohen Vitamin-C Anteil sind die Produkte aus den Sanddornbeeren ein Rezept der heimischen Natur. Die Früchte vom Sanddorn, welche im Herbst geerntet werden, lassen sich vielseitig verwenden. Ob verarbeitet als Sanddornöl, Sanddornlikör, Sanddornkosmetik, Mittel zur Nahrungsergänzung, Produkte zur gesunden Ernährung – sind Sie vielseitig und oftmals ohne Zusatzstoffe.

Sanddorn – ein Rückblick auf dem Weg zur Nutzpflanze

Sanddorn wurde in Deutschland erstmals Ende der 60er Jahre in der DDR angebaut. Schnell erkannte man den hohen Vitaminanteil als guten Beitrag zur Volksgesundheit, weshalb dieser Bereich der Volkswirtschaft stark gefördert wurde. Dies hatte einen großen Entwicklungsschub zur Folge. Dabei wurden innovative Erntemethoden entwickelt, neue Sorten gezüchtet und viele weitere Erfindungen und Zuchterfolge erreicht.

Die tatsächliche positive Wirkungsweise der im Sanddorn enthaltenen Inhaltsstoffe wurde in klinischen Studien nachgewiesen.

Nebenwirkungen bei der Einnahme von Sanddornsaft und der Verwendung von Sanddornöl, auch über lange Zeiträume, sind nach einer Studie der Universitäten Dresden und Sofia nicht bekannt. China gilt heute als größter Produzent von Sanddorn mit über 1 Million Hektar Anbaufläche (im Gegensatz zu Deutschland mit wenigen hundert Hektar). Allerdings gehen die meisten Erfindungen und Zuchterfolge auf das Konto deutscher Wissenschaftler.

Aufgrund schwieriger Erntebedingungen und der langen Anlaufphase für künftige Plantagen (ca. 6-8 Jahre bis zur ersten Ernte) ist Sanddorn ein relativ teurer Rohstoff.

Sanddorn - Wildobst mit extrem vielen Vitaminen

Sanddorn ernten und mit leckeren Rezepten zubereiten

Was sind die gesunden Sanddorn Inhaltsstoffe

Sanddornbeeren haben einen sehr hohen Vitamin C-Gehalt: 200 bis 900mg je 100g Früchte. Dies übersteigt den einer Zitrone (ca. 50mg) um etwa das vier- bis zehnfache. Lediglich Hagebutten liegen mit einem Gehalt von 1250 Milligramm je 100 Gramm noch darüber. Darüber hinaus weist der Sanddorn einen bedeutenden Gehalt an Beta-Karotin und Gerbstoffen auf.

Die Beeren schmecken sehr sauer und die kleinen Kerne schmecken bitter, weshalb diese Früchte zum rohen Verzehr nur wenig geeignet sind. Dies Sanddornbeeren sollten gebrüht oder jedenfalls mit Zucker bzw. Honig gegessen werden. Sanddorn enthält auch Vitamin B12, welches sonst vorwiegend in Fleisch zu finden ist.

Vitamin B12 benötigt der Körper u.a. zur Bildung von roten Blutkörperchen, für die aktive Zellteilung und Zellneubildung, sowie für die Regeneration der Schleimhäute. Damit dieses Vitamin auch in einem Sanddorn-Produkt vorhanden ist, muss das Produkt Fruchtfleisch des Sanddorns enthalten.

Sanddorn als Rohstoff für folgende Sanddorn Produkte

  • Sanddorn Saft
  • Sanddorn Tee
  • Sandorn Öle
  • Sandorn Honig und Konfitüren
  • Sanddorn Likör u.a. Spirituosen
  • Sanddorn Creme und Kosmetik

Allein die Kosmetikprodukte, welche aus Sanddorn erzeugt werden, reichen von der Gesichtspflege, über die Körperpflege bis hin zur Wohlfühl-Creme für die Beine.

Sanddorn Verbreitung und Vorkommen

Sanddorn - Wildobst mit extrem vielen Vitaminen

Sanddorn Standort ist häufig sandiger Untergrund

Sanddorn wächst an Bächen und kommt bis zu einer Höhe von 5.000m vor. Seine ursprüngliche Heimat war Nepal. Heutzutage ist Sanddorn besonders an den Küsten von Nord- und Ostsee, im Alpengebiet sowie in den Karpaten zu finden. In Asien reicht das Verbreitungsgebiet von Sanddorn bis nach Sibirien und sogar bis nach China. Durch seine Genügsamkeit, ist der Sanddorn auch in kargen Gebieten in Europa und Asien vertreten.

Die Verwertung von Sanddornbeeren

Sanddorn wird als orangener dicker Fruchtsaft, Nektar (gesüßter und mit Wasser verdünnter Saft), Likör und diversen Mischgetränken angeboten. In Indien wird aus den Sanddornbeeren Sanddorntee gewonnen, welcher eine leicht berauschende Wirkung hat.

Sanddornkerne

Die Kerne des Sanddorns werden zur Gewinnung von hochwertigem Pflanzenöl für Hautpflegeprodukte oder Nahrungsergänzungsmittel verwendet.

Sanddornfruchtfleisch

Das Sanddornfruchtfleisch wird zum wertvollen Fruchtfleischöl verarbeitet. Sanddornfruchtfleisch enthält zwischen 3 und 5 % Öl. Sanddornöle sind reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, haben einen sehr hohen Anteil Karotine und vereinigen praktisch den gesamten Vitaminkomplex.

Sanddorn – Wildobst mit extrem vielen Vitaminen
Bewerte jetzt

Artikel kommentieren

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.Erforderliche Felder sind markiert *

*